Travel
21. Juli 2025

#1 Ein neues Abenteuer

Time is running! Drei Jahre sind seit unserer halbjährigen Europareise im Wohnmobil schon wieder vergangen. Ein wenig überrascht davon, wie schnell uns die Realität mit Referendariat und anderen Verpflichtungen wieder zurück in alte Fahrwasser manövrierte, konnten wir einer weiteren Versuchung nicht widerstehen. 

Home- Exchange nennt sich die nächste Lücke im Lebenslauf. Eine Plattform, die weltweit Menschen miteinander vernetzt, die für eine gewisse Zeit ihr Zuhause mit anderen Menschen tauschen und das Leben aus einer neuen Perspektive kennen lernen möchten. 

Schöne Natur, westlicher Standard und englischsprachiger Raum, waren die Filter, die gesetzt wurden und nachdem Lisa über Monate lang unzählige Stunden damit verbrachte, Menschen auf der ganzen Welt anzuschreiben, kristallisierte sich mit der Zeit die nächste Destination heraus. 2025 geht es für uns Down Under, nach Australien. 

Der Plan: 

Die ersten beiden Monate verbringen wir im Speckgürtel Sydneys. Anschließend geht es 2000 Kilometer in den Norden, wo wir einen Monat lang auf der tropischen Insel „Magnetic Island“ leben werden, bevor wir einen Roadtrip, über die Whitsunday Islands, zu unserer dritten und abschließenden Station in Brisbane starten, wo wir den letzten, der insgesamt vier Monate verbringen.   

Die Menschen sehen oft nur die Rose aber nicht den Spaten. Was an der Oberfläche nach Urlaub aussieht, ist darunter eine Reise aus der Komfortzone, die einen enormen Aufwand und eine gehörige Portion Mut voraussetzt. 

Werden die Übergänge funktionieren, bei denen sich die Australier gegenseitig unsere Haustüre in die Hand geben? Werden die Menschen, die wir noch nie in unserem Leben gesehen haben, unsere vier Wände pfleglich behandeln? Was passiert, wenn wir mit ihrem oder sie mit unserem Auto einen Unfall bauen? 

Werden wir bei unserem Stopover in Doha, wie geplant übernachten können, wo fünf Wochen vor Abflug iranische Raketen eingeschlagen sind? Bringen wir unsere Kinder in Gefahr? Klappt das mit der Elternzeit, die bis zum Abflug nicht genehmigt wurde oder bin ich danach arbeitslos? Werden wir als Familie wieder funktionieren? Und was ist mit den giftigsten und gefährlichsten Tieren der Welt, die sich dort überall tummeln? 

Obwohl Australien bereits mein vierter und Lisas fünfter längerer Auslandsaufenthalt sein wird und wir mittlerweile Erfahrung mit solchen Situationen gesammelt haben sollten, schlichen sich kurz vor Abflug auch dieses Mal wieder große Zweifel und Ängste ein, doch wenn wir eines aus der Vergangenheit gelernt haben, dann ist es in diesen Momenten hilfreich, die Gedanken zu fokussieren und sich selbst und dem Leben zu vertrauen. Es ist jedes Mal wie bei einem Sprung ins kalte Wasser. Sobald man einmal drin ist, ist es gar nicht mehr so schlimm. 

Bis dahin heißt es wieder Kopf ausschalten und funktionieren. 

Nachdem die Versicherungen geregelt, die Wohnung auf Hochglanz poliert und die Koffer gepackt waren, hieß es dann endlich: 

„Fasten your seatbelt“ 

München, 4. August 2025. 

10:35 Uhr – “Ready for takeoff”.