Travel
18. Oktober 2025

#9 Magnetic Island

Nach einer Woche sahen wir Cairns im Rückspiegel immer kleiner werden. 350 km in den Süden sind es bis nach Townsville. Mit jeweils 2 großen Koffern, Trolleys, Kindersitzen, 3 großen Rucksäcken und einem Leiterwagen ist so ein Umzug mit Sack und Pack eine echte Herausforderung. Glücklicherweise gibt es neben dem Fährterminal, wie in vielen anderen australischen Städten auch, einen Splash- Park für Kinder. Ein öffentlich zugänglicher und kostenloser Wasserspielplatz, mit Rutschen, Fontänen, Springbrunnen und einem Bademeister. 

Der Plan: Mit vollgepacktem Auto zum Splash- Park, das Gepäck im Schatten parken, die Kids können spielen, Lisa passt auf, Dominik gibt den Mietwagen am Flughafen ab und trifft dort Georgina, unsere zweite Häusertauschpartnerin, die ihn anschließend wieder zurückbringt. Gesagt, getan. Jetzt mussten wir noch das Gepäck auf die Fähre bringen. Nach einem Kilometer Koffer schieben mit kaputten Rollen unter Australiens gnadenloser Mittagssonne, waren wir froh es geschafft zu haben und umarmten die Klimaanlage an Bord der Fähre.  

Ein neuer Abschnitt beginnt. Während der Überfahrt kamen wir der Insel mit ihrem unerklärlichen Hauch von Magie immer näher und es kehrte allmählich Ruhe in uns ein. Das war einer dieser seltenen Momente, die uns wie ein Anker ins Hier und Jetzt zurückholen und uns für einen kurzen Moment auf einer tieferen Ebene begreifen lassen, was wir hier gerade gemeinsam erleben dürfen. Ein bewegender Moment, der sich tief ins Gedächtnis einprägte. 

Nach einer knappen halben Stunde hieß es dann: „Welcome to Magnetic Island“ und wir konnten unser Glück kaum fassen. Eine Landschaft, wie in einem Freizeitpark. Auf einer Fläche von rund 10×10 km, durchbohrt hier ein Gebirge das türkisblaue Wasser des Südpazifiks und bildet eine Insel, umrandet von malerischen Buchten und einsamen Sandstränden. Hier hat die Natur Felsformationen erschaffen, die immer wieder dieselbe Frage aufkommen lassen: „Wer hat diesen Stein so auf den anderen gelegt?“ Ein Wander- Bade- und Naturparadies, – und wir mittendrin. 

Die einzige Straße auf der Insel hat die Form einer quadratischen Parabel. Am Scheitel landet die Fähre. In beide Richtungen wird sie zur „Dead End Road“ und verbindet dazwischen die vier Dörfer, in denen die insgesamt 2500 Einwohner leben. Wir wohnen am nördlichen Ende, in Horseshoe Bay, rund einen Kilometer vom Strand entfernt, gegenüber von einem Sportplatz, auf dem sich zur Abenddämmerung die Wallabies versammeln und nach Essbarem suchen. Auch 500 Koalas leben hier, von denen wir einige regelmäßig zu Gesicht bekommen. Wir sind gespannt, was uns hier noch alles erwartet.