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22. August 2025

#3 What’s up in New South Wales?

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Ob Salzwasserkrokodil, Schlange, Trichternetzspinne, Stein- oder Stachelfisch, blaugeringelter Oktopus, Würfelqualle, Bullenhai oder Weißer Hai. Egal ob an Land oder im Wasser, gefühlt kann einen hier alles umbringen, was sich bewegt. Selbst eine Schnecke, wie die „Conus geographus“ schießt hier mit Pfeilen um sich, die ein so starkes Nervengift injizieren, dass selbst einen Menschen in wenigen Minuten vollständig lähmt. Zuerst lokal, dann der gesamte Körper, einschließlich der Atemmuskulatur. Das Opfer ist in seinem eigenen Körper gefangen, kann sich weder bewegen, noch atmen und erstickt qualvoll, während es bei vollem Bewusstsein bleibt, bis der Tod eintritt. Unter Tauchern wird sie daher auch „Cigarette Snail“ genannt, da einem nicht einmal mehr Zeit für eine letzte Zigarette bleibt, bevor sie einen ins Jenseits befördert.  

Dann gibt es noch die harmlosen Vertreter der australischen Tierwelt, wie beispielsweise die bis zu 30 Zentimeter große Huntsman- Spinne oder die fünf Meter lange Amethyspython, die sich auf der Suche nach Ratten und Mäusen schon einmal in den Garten verirren kann.  

Doch auch nach sechs Wochen war von unerwünschten Tieren keine Spur. 

Was uns jedoch regelmäßig auf der Terrasse begrüßte, waren wunderschöne, kunterbunte Papageien, Kakadus und andere Vögel, die wir noch nie in unserem Leben zuvor gesehen hatten. Über eine lokale Facebook- Gruppe erfuhren wir von einem kleinen Dorf, das zur Abenddämmerung regelmäßig von Kangaroos aufgesucht wird. 

Erster Versuch. Volltreffer. Das Ortsschild lag noch keine 50 Meter im Rückspiegel entfernt, da blockierte eine Gruppe von rund 20 Tieren die Straße und hoppelte vor unserem Auto herum, als hätten sie den ganzen Tag auf uns gewartet. 

Vollkommen unbeeindruckt von unserer Anwesenheit, durchkämmten sie Vorgarten für Vorgarten auf der Suche nach etwas Essbarem, während wir sie in aller Ruhe filmen und fotografieren konnten. 

Um ihnen noch näher zu kommen, parkten wir das Auto, stiegen aus und gingen langsam auf sie zu. Wir rechneten damit, dass sie das Weite suchen würden, doch entgegen unserer Erwartung, beruhte das Interesse auf Gegenseitigkeit.

Sie kamen uns so nahe, dass wir sie sogar streicheln konnten. Selbst eine Mutter mit einem Jungen in der Bauchtasche war zutraulich genug, um uns aus der Hand zu fressen. Ein einmaliges Erlebnis, das wir nie wieder vergessen werden.